Der Kameraden- und Soldatenverein Lützelburg bewahrt ein besonderes Stück Ortsgeschichte: das Ehrenbuch der Gemeinde Lützelburg aus dem Ersten Weltkrieg. Auf 289 Seiten sind darin die Männer verzeichnet, die aus Lützelburg in den Krieg von 1914 bis 1918 zogen — mit Namen, Geburtsdaten, Truppenteilen, oft mit einem eingeklebten Porträtfoto. Das Buch ist vollständig digitalisiert und steht hier zum Herunterladen bereit.
Was für ein Buch das ist
Der Einband trägt den Titel „Unserer Gemeinde Ehren-Buch“, das Titelblatt nennt es ausführlicher: „Der tapferen Kämpfer im großen Kriege von 1914–18 Ehren-Buch“. Die Schriftleitung besorgte Pius Sippel, den Buchschmuck Armand Schempp; Satz, Druck und Buchbinderarbeit entstanden in eigener Werkstätte.
Das Besondere: Das Ehrenbuch war ein Verlagsprodukt in Blankoform. Gedruckt waren die Rahmenhandlung — Geleitwort, Gedichte, ein historischer Essay, die Zierrahmen und die leeren Formulare. Alles, was Lützelburg betrifft, wurde vor Ort von Hand eingetragen: die Namen der Mitkämpfer, der Gefallenen, der Ausgezeichneten, jedes einzelne Ehrenblatt. Daher der Wechsel zwischen gedruckter Fraktur und Kurrent-Handschrift, der beim Blättern sofort auffällt.






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Ein Buch aus seiner Zeit
Wer im Ehrenbuch liest, liest zwei Dinge zugleich. Zum einen die nüchternen Angaben aus Lützelburg: wer wann geboren wurde, zu welcher Kompanie er einrückte, wo er kämpfte, wann er zurückkam — oder nicht.
Zum anderen den gedruckten Rahmen, und der ist alles andere als neutral. Der einleitende Essay „Wie der Krieg kam“ stammt aus dem Jahr 1915 und ist Kriegspublizistik, keine Geschichtsschreibung: Er schreibt die Schuld am Krieg ausschließlich den Gegnern zu. Die heutige Forschung sieht das anders. Auch der Ton der Gedichte ist der seiner Zeit — pathetisch, fromm und kriegsbejahend.
Wir veröffentlichen das Buch unverändert und ungekürzt. Gerade dieser Widerspruch macht es wertvoll: Es zeigt nicht nur, wer aus Lützelburg im Krieg war, sondern auch, wie in einem schwäbischen Dorf damals über diesen Krieg gesprochen und geschrieben wurde.
Das ganze Buch als PDF
Alle 289 Seiten in zwei Fassungen. Die kleine reicht zum Lesen am Bildschirm; die große löst deutlich feiner auf — sinnvoll, wenn Sie einzelne handschriftliche Einträge vergrößern oder ausdrucken möchten.
Was noch zu tun ist
Die gedruckten Seiten sind maschinell erfasst und durchsuchbar. Die handschriftlichen Teile — und damit sämtliche Namen, Daten und Ehrenblätter — sind es nicht. Rund 180 Seiten Kurrent, die keine Software zuverlässig liest.
Hier können Sie helfen: Wer Kurrent lesen kann und Zeit mitbringt, kann bei der Übertragung mitwirken. Und wer zu einem der Eingetragenen etwas beisteuern kann — ein Foto, einen Brief, eine Familienüberlieferung —, melde sich bitte bei uns. Die Kontaktdaten finden Sie unter Kontakt.
